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Geschäftsverlauf

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf aus Sicht der Unternehmensleitung

Die deutsche Wirtschaft verzeichnete im Jahr 2012 trotz der verhaltenen globalen Konjunkturentwicklung sowie der anhaltenden europäischen Staatsschuldenkrise ein leichtes Wachstum. Ausschlaggebend waren erneut das gute Konsumklima sowie der robuste Exportmarkt. Vor diesem Hintergrund entwickelten sich die Werbeinvestitionen in Deutschland positiv. Die ProSiebenSat.1 Group hat ihre führende Position im TV-Werbemarkt sowie bei der Vermarktung von Bewegtbildinhalten im Internet weiter ausgebaut. Wir haben 2012 nicht nur unsere starke Stellung im TV-Geschäft gefestigt, sondern durch die Expansion in den Wachstumsbereichen auch große Fortschritte auf dem Weg zu einem digitalen Entertainment & E-Commerce Powerhouse gemacht. Nach dem Verkauf des nordeuropäischen Portfolios konzentrieren wir uns darauf, das Kerngeschäft Free-TV im deutschsprachigen Raum auszubauen und durch die Vernetzung des Fernseh- und Digitalbereichs zukunftsweisende Geschäftsfelder und neue Erlösquellen zu erschließen.

Im Geschäftsjahr 2012 haben wir erneut alle relevanten Finanzkennzahlen der Gruppe gesteigert: Der Konzernumsatz erhöhte sich auf Basis fortgeführter Aktivitäten um 7,1 Prozent auf 2,356 Mrd Euro (Vorjahr: 2,199 Mrd Euro). Das recurring EBITDARecurring EBITDA Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization. Beschreibt das um Einmaleffekte bereinigte Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. stieg um 2,7 Prozent auf 744,8 Mio Euro. Dazu trugen alle Segmente bei, wobei sich insbesondere die Wachstumssegmente Digital & Adjacent sowie Content Production & Global Sales äußerst dynamisch entwickelten. Auch bei den Distributionserlösen verbuchten wir hohe Zuwachsraten. Wir haben 2012 jedoch nicht nur unsere Ertragskraft gesteigert, sondern auch unsere Verschuldung weiter reduziert. Sie betrug zum Jahresende — vor Umgliederung der liquiden Mittel der zur Veräußerung stehenden nord- und osteuropäischen Aktivitäten — 1,780 Mrd Euro (Vorjahr: 1,818 Mrd Euro). Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernlageberichts steht die ProSiebenSat.1 Group finanziell und operativ auf einem soliden Fundament. In das neue Geschäftsjahr 2013 sind wir im TV-Werbemarkt positiv gestartet. Unsere Wachstumsbereiche entwickeln sich weiterhin dynamisch. In den kommenden Monaten werden wir unsere starke Marktposition durch organisches Wachstum und gezielte Akquisitionen weiter ausbauen.

Vergleich des tatsächlichen mit dem erwarteten Geschäftsverlauf

Die ProSiebenSat.1 Group gibt im Geschäftsbericht ihre Finanzziele bekannt. Sofern es erforderlich ist, können diese unterjährig angepasst werden. Zu Beginn des Jahres 2012 hat die ProSiebenSat.1 Group ihre finanziellen Ziele unter Berücksichtigung der nicht-fortgeführten Aktivitäten, d. h. inklusive des nord- und osteuropäischen TV- und Radio-Portfolios, bekannt gegeben. Im Geschäftsjahr 2012 steigerte der Konzern das recurring EBITDA inklusive der nicht-fortgeführten Aktivitäten in Nord- und Osteuropa auf 871,7 Mio Euro. Damit hat die Gruppe das Vorjahresergebnis übertroffen und das prognostizierte Jahresziel erreicht. Ebenso realisierte die ProSiebenSat.1 Group ihre Ziele hinsichtlich Umsatzwachstum und Anstieg des bereinigten Konzernüberschusses inklusive der nicht-fortgeführten Aktivitäten. Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz im März 2012 kündigte der Konzern unter anderem an, ein recurring EBITDA über dem Vorjahreswert von 850,0 Mio Euro erreichen zu wollen. Das Ziel beruhte auf der Prämisse eines zumindest stabilen Preisniveaus bei der Vermarktung von TV-Werbezeiten und eines weiteren positiven Konjunkturklimas im deutschen Kernmarkt. Zudem ist der Konzern davon ausgegangen, dass sich die dynamische Entwicklung in den Wachstumsbereichen jenseits des klassischen TV-Geschäfts fortsetzen wird. Diese Annahmen haben sich im Jahr 2012 bestätigt. Allerdings haben sich im Zuge von Portfoliooptimierungen und dem Verkauf der nordeuropäischen bzw. dem avisierten Verkauf der osteuropäischen Geschäftsaktivitäten wesentliche Änderungen der Berichtsweise und der Segmentierung ergeben.

Zur besseren Vergleichbarkeit werden daher im Folgenden die erreichten Werte auf Basis der fortgeführten Aktivitäten, d. h. exklusive der nord- und osteuropäischen Aktivitäten betrachtet und den korrespondierenden finanziellen Zielen auf Konzernebene gegenübergestellt:

Zu Jahresbeginn hatte die ProSiebenSat.1 Group einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich angestrebt. Tatsächlich verzeichnete auch der Umsatz aus fortgeführten Aktivitäten ein Wachstum um 7,1 Prozent auf 2,356 Mrd Euro. Dazu haben alle Segmente beigetragen. Das recurring EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten erreichte mit 744,8 Mio Euro (2011: 725,5 Mio Euro) ebenfalls einen neuen Rekordwert. Das hohe Umsatzwachstum und die Verbesserung des Finanzergebnisses führten zu einer weiteren Steigerung des Konzernergebnisses aus fortgeführten Aktivitäten um 58,0 Mio Euro auf 329,1 Mio Euro. Die Zins- und Finanzierungsaufwendungen haben sich wie in Aussicht gestellt in Summe um mehr als 50 Mio Euro reduziert. Dies ist insbesondere auf eine geringere durchschnittliche Verschuldung zurückzuführen. Vor diesem Hintergrund verbesserte sich das Finanzergebnis insgesamt um 37,9 Prozent oder 88,3 Mio Euro auf minus 144,4 Mio Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss aus fortgeführten Aktivitäten stieg um 30,5 Prozent oder 83,1 Mio Euro auf 355,5 Mio Euro.

Für die operativen Kosten hatte die Gruppe zum Jahresauftakt einen zum Umsatzwachstum proportionalen Anstieg prognostiziert. Aufgrund verstärkter Investitionen in den Wachstumsbereichen sind die operativen Kosten jedoch um insgesamt 9,6 Prozent gestiegen und lagen damit über der Wachstumsrate des Konzernumsatzes. Im Kerngeschäft werbefinanziertes Fernsehen konnten die operativen Kosten wie erwartet nahezu stabil gehalten werden. Ursache hierfür ist ein konsequentes Kostenmanagement.

Im Geschäftsbericht 2011 hatten wir das Umsatzpotenzial des Segments Digital & Adjacent bis 2015 gegenüber dem Jahr 2010 auf mehr als 250 Mio Euro geschätzt. Zum Jahresende 2012 waren davon bereits 66,7 Prozent oder 166,7 Mio Euro realisiert. Das Segment Content Production & Global Sales verzeichnete im Jahr 2012 ebenfalls einen deutlichen Umsatzanstieg um 57,8 Mio Euro. Aufgrund von Anlaufkosten im Zuge der internationalen Expansion des Portfolios verringerte sich das recurring EBITDA des Segments jedoch auf 4,3 Mio Euro. Zum Jahresende 2011 wurde der Bereich Programmproduktion noch gemeinsam mit dem Geschäftsfeld digitale Aktivitäten und verwandte Bereiche im Segment Diversification zusammengefasst und war damit Gegenstand einer gemeinsamen Umsatz- und Ergebnisprognose für die Jahre 2012 und 2013. Auf dieser Grundlage haben wir unsere finanziellen Ziele auf Segmentebene auf Basis fortgeführter Aktivitäten erreicht. Einen Überblick gibt die untenstehende Übersicht auf Segmentbasis.

Die Netto-FinanzverschuldungNetto-Finanzverschuldung Saldo aus Kreditverbindlichkeiten abzüglich der liquiden Mittel und den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten. konnten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls weiter verbessern. Sie betrug zum Jahresende inklusive der liquiden Mittel der nord- und osteuropäischen Aktivitäten 1,780 Mrd Euro (Vorjahr: 1,818 Mrd Euro). Der VerschuldungsgradVerschuldungsgrad Gibt an, wie hoch die Netto-Finanzverschuldung in Relation zum recurring EBITDA der letzten zwölf Monate ist. bewegt sich mit einem Wert von 2,0 (Vorjahr: 2,1) im Zielkorridor von 1,5 bis 2,5.

Insgesamt hat der Konzern seine finanziellen Ziele auch auf Basis fortgeführter Aktivitäten erreicht. Einen Überblick über die Werte für das Jahr 2012 inklusive der nord- und osteuropäischen Aktivitäten und die Vergleichswerte für das Jahr 2011 gibt nachstehende Grafik:

 

VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF FÜR DEN KONZERN

in Mio Euro Ist-Werte 2011 fortgeführte Aktivitäten gemäß Geschäftsbericht 20111 Ist-Werte 2012 inklusive nicht-fortgeführte Aktivitäten1 Prognose für 20122 Ist-Werte 2011 fortgeführte Aktivitäten gemäß Geschäftsbericht 20123 Ist-Werte 2012 fortgeführte Aktivitäten3
1Werte inklusive der nord- und osteuropäischen Aktivitäten, exklusive des belgischen und niederländischen Geschäfts. 2Prognose 2012 auf Basis fortgeführter Aktivitäten gemäß Geschäftsbericht 2011, d.h. inklusive der nord- und osteuropäischen Aktivitäten, exklusive des belgischen und niederländischen Geschäfts. 3Werte exklusive der nord- und osteuropäischen Aktivitäten. 4Inklusive der liquiden Mittel der nord- und osteuropäischen Aktivitäten. 5Exklusive der liquiden Mittel der nord- und osteuropäischen Aktivitäten. 6Der Verschuldungsgrad berechnet sich aus der Netto-Finanzverschuldung (zum 31. Dezember 2011) inklusive der liquiden Mittel der nord- und osteuropäischen Aktivitäten in Höhe von 1.817,8 Mio Euro und dem recurring EBITDA exklusive des belgischen und niederländischen Geschäfts in Höhe von 850,0 Mio Euro.
Umsatz 2.756,2 2.969,1 (+7,7%) Anstieg 2.199,2 2.356,2 (+7,1 %)
Operative Kosten 1.915,7 2.111,0 (-10,2%) Anstieg 1.482,9 1.624,6 (-9,6%)
Recurring EBITDA 850,0 871,7 (+2,6%) Anstieg 725,5 744,8 (+2,7%)
Bereinigter Konzernüberschuss (underlying net income) 309,4 415,1 (+34,2 %) Anstieg 272,4 355,5 (+30,5%)
Netto-Finanzverschuldung (zum 31. Dezember) 1.817,8 1.780,44 (+2,1 %) Reduktion 1.817,84 1.870,85 (-2,9%)
Verschuldungsgrad 2,1 2,0 1,5 - 2,5 2,16 2,15
 

VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF FÜR DIE SEGMENTE1

  Ist-Werte 2011 Ist-Werte 2011 Prognose für 2012 Ist-Werte 2012 Ist-Werte 2012
in Mio Euro Umsatz Recurring EBITDA Umsatz/recurring EBITDA Umsatz Recurring EBITDA
1Die genannten Werte beziehen sich auf das fortgeführte Geschäft. 2Die Aktivitäten waren zum Jahresende 2011 noch im Segment Diversification abgebildet. Hierauf basierte die Umsatz- und Ergebnisprognose „deutlicher Anstieg".
Broadcasting German-speaking 1.903,0 657,7 Stabile Entwicklung bis leichter Anstieg 1.909,5 (+0,3%) 660,3 (+0,4%)
Digital & Adjacent2 254,4 66,9 Deutlicher Anstieg 351,2 (+38,1 %) 89,7 (+34,1 %)
Content Production & Global Sales2 37,7 9,6 Deutlicher Anstieg 95,4 (>+100%) 4,3 (-55,2%)

Erläuterung zur Berichtsweise

Berichtsweise auf Basis fortgeführter Aktivitäten. Die ProSiebenSat.1 Group hat im Dezember 2012 ihre nordeuropäischen Fernseh- und Radio-Aktivitäten an Discovery Communications verkauft. Im Zuge der Veräußerung und der damit verbundenen Fokussierung auf die Kernbereiche deutschsprachiges TV und digitale Aktivitäten hat die ProSiebenSat.1 Group auch ihre TV- und Radio-Aktivitäten in Osteuropa zur Disposition gestellt.

Die folgende textliche Analyse der Umsatz- und Ergebnisentwicklung erfolgt auf Grundlage der fortgeführten Aktivitäten, d. h. exklusive der veräußerten bzw. zur Veräußerung stehenden Aktivitäten in Nord- und Osteuropa.

Infolge der vorliegenden Voraussetzungen des IFRS 5 werden die veräußerten bzw. zur Veräußerung stehenden Gesellschaften in Nord- und Osteuropa für das Geschäftsjahr 2012 sowohl in der Gewinn- und Verlustrechnung als auch in der KapitalflussrechnungKapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung zeigt die Herkunft und Verwendung der Zahlungsströme. Dabei wird unterschieden zwischen Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, Cashflow aus Investitionstätigkeit und Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds entspricht den flüssigen Mitteln der Bilanz zum Stichtag. Ausgehend vom Konzernergebnis aus fortgeführter Geschäftstätigkeit wird der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit indirekt abgeleitet. gesondert als „nicht-fortgeführte Aktivitäten“ ausgewiesen. In den einzelnen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Kapitalflussrechnung sind folglich die Ergebnisbeiträge bzw. Zahlungsströme dieser Aktivitäten nicht in den einzelnen Positionen enthalten, sondern werden als „Ergebnis aus nicht-fortgeführten Aktivitäten“ bzw. „Cashflow aus nicht-fortgeführten Aktivitäten“ abgebildet. Die Vorjahreszahlen der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Kapitalflussrechnung wurden auf Konzern- bzw. Segmentebene entsprechend angepasst und neben den Aktivitäten in Nord- und Osteuropa um die im Jahr 2011 veräußerten Aktivitäten in Belgien und den Niederlanden bereinigt.

Die Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Kapitalflussrechnung für 2010 wurden lediglich um die Werte der im Geschäftsjahr 2011 veräußerten Aktivitäten bereinigt. Im Geschäftsjahr 2011 wurden die belgischen TV- sowie die niederländischen TV- und Print-Aktivitäten mit Vollzug der jeweiligen Anteilskaufverträge im Juni bzw. Juli 2011 entkonsolidiert. Die Ergebnisposten der betroffenen Unternehmen werden als Ergebnis aus nicht-fortgeführten Aktivitäten separat ausgewiesen. Dieses enthält für 2011 neben dem erwirtschafteten Ergebnis auch den Entkonsolidierungsgewinn und ist auf Nachsteuerbasis dargestellt.

In der Konzernbilanz werden die Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten des veräußerten bzw. zu veräußernden Geschäfts in Nord- und Osteuropa jeweils in der Position „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ bzw. „Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten“ ausgewiesen. Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst.

Der Konzern hat die Segmentberichterstattung zu Beginn des Geschäftsjahres 2012 auf Basis seiner Vier-Säulen-Strategie entsprechend angepasst. In den ersten neun Monaten des abgelaufenen Geschäftsjahres umfasste die Segmentstruktur der Gruppe die Segmente Broadcasting German-speaking, Broadcasting International, Digital & Adjacent sowie Content Production & Global Sales. Aufgrund der Veräußerung der nordeuropäischen Aktivitäten bzw. des zur Veräußerung stehenden Osteuropa-Geschäfts, die dem Segment Broadcasting International zugeordnet waren, berichtet der Konzern seit dem vierten Quartal 2012 auf Basis der fortgeführten Aktivitäten nur noch über die Segmente Broadcasting German-speaking, Digital & Adjacent sowie Content Production & Global Sales.

Erläuterung zu den verwendeten Kennzahlen. Zentrale finanzielle Steuerungsgrößen sind für die ProSiebenSat.1 Group das bereinigte EBITDAEBITDA Abkürzung für „Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization“ (Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibung auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte). (recurring EBITDA), das EBITDA und die Netto-Finanzverschuldung. Zudem beziehen sich Analysten in ihren Schätzungen häufig auf die operativen Kosten und das bereinigte Konzernergebnis ( underlying net incomeUnderlying Net Income Konzernüberschuss, bereinigt um planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen auf im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen identifizierte immaterielle Vermögenswerte und damit zusammenhängende Steuereffekte sowie weitere zahlungsunwirksame Sondereffekte.), d.h. das um nicht cashwirksame Sondereffekte sowie Aufwendungen aus dem abgeschlossenen Kartellrechtsverfahren bereinigte Konzernergebnis. Operative KostenOperative Kosten Gesamtkosten abzüglich Abschreibungen und Einmalaufwendungen. Relevante Kostengröße zur Berechnung des recurring EBITDA. werden als GesamtkostenGesamtkosten Summe von Umsatz-, Vertriebs-, Verwaltungskosten sowie sonstigen betrieblichen Aufwendungen. abzüglich Abschreibungen und Einmalaufwendungen definiert und sind für die Berechnung des recurring EBITDA die relevante Kostengröße. Als recurring EBITDA wird das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen definiert. Der Perioden- bzw. der Konzernjahresüberschuss bezeichnet das Nettoergebnis nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen. Die Entwicklung dieser Kennzahlen wird daher auch auf den folgenden Seiten zur Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns beschrieben und im Prognosebericht betrachtet.

Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem Konzernabschluss nicht genau zur angegebenen Summe aufaddieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Zahlen widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. Vorzeichenangaben von Veränderungsraten richten sich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten: Verbesserungen werden mit Plus (+) bezeichnet, Verschlechterungen mit Minus (-).

ProSiebenSat.1 berichtet nicht auf Basis des Auftragsbestands. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Mit einem Großteil unserer Werbekunden bestehen Rahmenvereinbarungen über Abnahmemengen und diesen zugrunde liegende Konditionen. Die ProSiebenSat.1 Group informiert ihre Kunden in sogenannten Programm-Screenings über die Ausrichtung der Senderplanung. Die Programmvorschau ist eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Investitionen der Werbekunden für das Folgejahr. Das Preisniveau richtet sich insbesondere nach Zuschauerquoten, Reichweite, Sendezeit, Nachfrage und der Anzahl der verfügbaren Werbeflächen. Das endgültige Budgetvolumen wird branchenüblich — teilweise allerdings kurzfristig — auf Monatssicht bestätigt. Erst dann wird der gesamte Absatz transparent. Zudem werden zusätzliche Werbebudgets gerade gegen Jahresende kurzfristig vergeben.

Wesentliche Einflussfaktoren auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Auswirkung der Rahmenbedingungen auf den Geschäftsverlauf

Mit einem Anteil von 75,7 Prozent (Vorjahr: 80,5%) am Gesamtumsatz erwirtschaftete die ProSiebenSat.1 Group auch im Geschäftsjahr 2012 ihren Umsatz überwiegend aus dem Verkauf von TV-Werbezeiten. Davon entfielen 89,7 Prozent (Vorjahr: 90,5%) auf den deutschen Fernsehwerbemarkt.

UMSATZENTWICKLUNG 2012 AUS FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN NACH REGIONEN

Die Entwicklung der TV-Werbemärkte weist eine hohe Korrelation zu den makroökonomischen Rahmenbedingungen auf. Gleichzeitig reagiert der Werbemarkt auf gesamtwirtschaftliche Entwicklungen oftmals prozyklisch; die Budgetvergabe der Werbewirtschaft erfolgt aus diesem Grund häufig sehr kurzfristig. Dabei unterliegt das Werbegeschäft wie kaum eine andere Industrie einer starken saisonalen Schwankung: Im vierten Quartal erzielt die ProSiebenSat.1 Group einen überproportional hohen Anteil ihrer jährlichen Werbeeinnahmen aus dem Fernsehgeschäft, da sowohl die Konsumbereitschaft als auch die Fernsehnutzung in der Zeit vor Weihnachten siginifikant steigen. In der Regel werden — wie auch 2012 — jährlich ca. ein Drittel (2012: 33,5%) des Umsatzes und ca. 40 Prozent (2012: 38,4%) des recurring EBITDA im Schlussquartal erzielt.

UMSATZENTWICKLUNG 2012 AUS FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN NACH QUARTALEN

RECURRING EBITDA-ENTWICKLUNG 2012 AUS FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN NACH QUARTALEN

Um unabhängiger von zyklischen Schwankungen der Werbekonjunktur zu wachsen, wird der ProSiebenSat.1-Konzern seine Diversifikationsstrategie weiter vorantreiben. Ziel ist es, zusätzliche Erlösquellen jenseits des Kerngeschäfts werbefinanziertes Free-TV zu erschließen und deren Anteil am Gesamtumsatz weiter zu erhöhen.

Die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland zeigte sich im Jahr 2012 erneut deutlich robuster als die Konjunktur der großen europäischen Nachbarstaaten, wenngleich die Dynamik im Jahresverlauf etwas nachgelassen hat. Vor diesem Hintergrund stand auch die Werbewirtschaft unter einem positiven Vorzeichen. Auf Jahressicht verbuchte der Konzern mit seinen TV-Sendergruppen in allen drei deutschsprachigen Fernsehmärkten einen Anstieg bei den TV-Werbeerlösen. Aufgrund der Übertragung der Fußball-Europameisterschaft sowie der Olympischen Spiele in den Konkurrenzprogrammen der öffentlich-rechtlichen Anbieter blieben die Zuschauermarktanteile der großen deutschen Privatsender unter Vorjahresniveau. Diese rückläufige Entwicklung dämpfte das Wachstum der TV-Werbeeinnahmen nicht wesentlich. Vielmehr konnte der Konzern aufgrund herausragender Programme wie „The Voice of Germany“ mit Einschaltquoten von bis zu 30,2 Prozent moderate Preissteigerungen durchsetzen und vor allem in der wichtigen Primetime bei Zuschauern und Werbekunden punkten.

Die ProSiebenSat.1 Group erwirtschaftete mit 92,9 Prozent (Vorjahr: 95,2%) einen Großteil ihrer Umsatzerlöse in der Eurozone. Währungsschwankungen beeinflussten die Umsatz- und Ergebnisentwicklung daher auch im Jahr 2012 nur marginal. Wechselkursänderungen, die sich insbesondere aus dem Kauf von Lizenzprogrammen in den USA ergeben könnten, begrenzt ProSiebenSat.1 zudem durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Auch im Jahr 2012 haben sich Transaktionseffekte nicht wesentlich auf die Umsatz- bzw. Kostenentwicklung des Konzerns und seiner Segmente ausgewirkt. Neben währungsbedingten Effekten könnten veränderte Zinssätze die Ergebnissituation der Gesellschaft beeinflussen; im Geschäftsjahr 2012 hatten sie keine wesentlichen Auswirkungen. Die Zinsaufwendungen der Gruppe haben sich im Jahr 2012 aufgrund der geringeren durchschnittlichen Verschuldung des Konzerns sowie niedrigerer Euribor-Geldmarktkonditionen im Vergleich zum Vorjahr deutlich verringert.

Änderungen im Konsolidierungskreis

Verkauf der Geschäftsaktivitäten in Nordeuropa. Die ProSiebenSat.1 Group hat zum Jahresende 2012 ihre nordeuropäischen Fernseh- und Radio-Aktivitäten an Discovery Communications verkauft. Der Transaktion liegt ein Unternehmenswert von 1,325 Mrd Euro zugrunde. Ein entsprechender Unternehmenskaufvertrag wurde Mitte Dezember unterzeichnet. Der Vollzug der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen und wird bis Mitte April 2013 erwartet. Nach dem Vollzug des Verkaufs werden die nordeuropäischen Aktivitäten, die in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der KapitalflussrechnungKapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung zeigt die Herkunft und Verwendung der Zahlungsströme. Dabei wird unterschieden zwischen Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, Cashflow aus Investitionstätigkeit und Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds entspricht den flüssigen Mitteln der Bilanz zum Stichtag. Ausgehend vom Konzernergebnis aus fortgeführter Geschäftstätigkeit wird der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit indirekt abgeleitet. für das Jahr 2012 als nicht-fortgeführte Aktivitäten ausgewiesen werden, entkonsolidiert. Das veräußerte Portfolio umfasst alle TV- und Radio-Aktivitäten der Gruppe in Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark. Der Programmproduktionsbereich in Nordeuropa (Red Arrow Entertainment Group) ist nicht Bestandteil der Transaktion.

Mit dem Verkauf der nordeuropäischen Aktivitäten fokussiert sich die ProSiebenSat.1 Group künftig noch stärker auf die beiden Kernbereiche deutschsprachiges TV und digitale Aktivitäten als Geschäftsfelder mit dem größten Wachstums- und Synergiepotenzial. Vor diesem Hintergrund hat der Konzern auch seine TV- und Radio-Aktivitäten in Osteuropa zum Verkauf gestellt.

Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an Left/Right Holdings LLC. Im Zuge der internationalen Expansion des Programmproduktionsgeschäfts hat ProSiebenSat.1 im August 2012 über die Red Arrow Entertainment Group eine Mehrheitsbeteiligung an dem US-Produktionsunternehmen Left/Right Holdings LLC erworben. Left/Right gehört zu den führenden TV-Produktionsunternehmen der US-Ostküste und stellt die bisher größte Akquisition von Red Arrow dar. Left/Right wird seit August 2012 voll konsolidiert. Mit der Akquisition hat Red Arrow seine Position im weltweit größten TV-Markt USA gestärkt.

Darüber hinaus fanden im Jahr 2012 keine Ereignisse statt, die sich wesentlich auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns und seine Segmente ausgewirkt haben. Allerdings hat die ProSiebenSat.1 Group mit verschiedenen strategischen Akquisitionen ihr Portfolio weiter optimiert. Neben dem internationalen Ausbau des Programmproduktionsgeschäfts hat der Konzern insbesondere das Digitalgeschäft durch Beteiligungen gestärkt.

Dazu zählten im Jahr 2012 insbesondere sogenannte Media-for-Revenue-Share- und Media-for- Equity-Deals: Dabei investiert die ProSiebenSat.1 Group Medialeistung gegen eine Umsatz- bzw. Unternehmensbeteiligung an Start-up-Unternehmen. Unser Ventures-Portfolio umfasst mehr als 50 Partner, darunter Beteiligungen an Online-Unternehmen im Digital- und Lifestyle-Bereich. Es weist damit eine hohe Deckungsgleichheit zu den Zielgruppenmerkmalen der ProSiebenSat.1-Senderfamilie auf. Zu den im Jahr 2012 erworbenen Mehrheitsbeteiligungen gehören das Suchmaschinen-Marketing-Unternehmen Booming GmbH und die Preisvergleichsplattform preis24.de GmbH. Die Akquisitionen wurden im Mai bzw. September 2012 abgeschlossen und werden seitdem voll konsolidiert. Im August 2012 übernahm der Konzern den Online-Reiseveranstalter Tropo GmbH. Auch mit dem Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an Covus Ventures im September 2012, einem gemeinschaftlichen Unternehmen von SevenVentures und der Covus Gruppe, haben wir unser digitales Geschäft weiter ausgebaut. Hauptaufgabe von Covus Ventures ist es, neue digitale Geschäftsmodelle zu gründen, zu entwickeln und im Markt zu etablieren. Mit neuen Geschäftsmodellen jenseits klassischer TV-Werbung verfolgen wir das Ziel, an der dynamischen Entwicklung von Trend- und Wachstumsmärkten zu partizipieren und gleichzeitig unabhängiger von konjunkturellen Schwankungen des TV-Werbemarktes zu werden.

Einen Überblick ausgewählter Portfoliomaßnahmen zeigt die folgende Tabelle — weitere Erläuterungen zu den Ereignissen im Jahr 2012 finden sich hier, die Auswirkungen auf die Berichtsweise werden hier beschrieben.

 

PORTFOLIOMASSNAHMEN UND ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS IM JAHR 2012

Segment Broadcasting German-speaking Erwerb des österreichischen Privatsenders Austria 9 TV im März 2012 (Relaunch als sixx Austria am 3. Juli 2012)
> Vollkonsolidierung seit April 2012
Segment Broadcasting International Launch des neuen Free-TV-Senders VOX in Norwegen im Januar 2012

Erwerb von drei neuen Radiogesellschaften (Radioselskabet af 1/7 2007 ApS, Newradio ApS und Radio Klassisk ApS) durch die dänische SBS-Radiogruppe im Juni 2012
> Vollkonsolidierung seit August 2012

Launch des neuen Free-TV-Senders Kutonen in Finnland im September 2012

Launch des Free-TV-Senders Super TV2 in Ungarn im November 2012

Verkauf der TV- und Radio-Aktivitäten in Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark
> Unterzeichnung der Kaufverträge am 14. Dezember 2012
Segment Digital & Adjacent Gründung der Kreativagentur SugarRay GmbH (100-Prozent-Tochter)
> Vollkonsolidierung seit Februar 2012

Mehrheitsbeteiligung am Münchner Suchmaschinen-Marketing-Unternehmen Booming GmbH im Mai 2012
> Vollkonsolidierung seit Mai 2012

Launch des neuen Pay-TV-Senders ProSieben FUN im Juni 2012

Mehrheitsbeteiligung an dem Online-Reiseveranstalter Tropo GmbH im August 2012
> Vollkonsolidierung seit September 2012

Mehrheitsbeteiligung an der Preisvergleichsplattform preis24.de GmbH im September 2012
> Vollkonsolidierung seit September 2012

Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an Covus Ventures GmbH als gemeinschaftliches Unternehmen von SevenVentures und der Covus Gruppe
> Vollkonsolidierung seit Oktober 2012
Segment Content Production & Global Sales Mehrheitsbeteiligung am britischen Produktionsunternehmen CPL Productions Ltd. im Februar 2012
> Vollkonsolidierung seit März 2012

Mehrheitsbeteiligung an der britischen TV- und Filmproduktion Endor Productions Ltd. im März 2012
> Vollkonsolidierung seit April 2012

Mehrheitsbeteiligung an der britischen Produktionsfirma New Entertainment Research and Design Ltd. (NERD TV) im Mai 2012
> Vollkonsolidierung seit Juni 2012

Mehrheitsbeteiligung an der israelischen Produktionsfirma July August Communications and Productions Ltd. im Mai 2012
> Vollkonsolidierung seit Juni 2012

Mehrheitsbeteiligung an dem US-Produktionsunternehmen Left/Right Holdings LLC im August 2012
> Vollkonsolidierung seit August 2012

Eröffnung einer Niederlassung durch Red Arrow International in Hongkong
> Vollkonsolidierung seit Dezember 2012

 

PORTFOLIOMASSNAHMEN UND ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS IM JAHR 2011

Segment Broadcasting International Launch des Free-TV-Senders PRO4 in Ungarn im Januar 2011

Verkauf der TV- und Print-Aktivitäten in Belgien und den Niederlanden
> Entkonsolidierung der Aktivitäten in Belgien im Juni 2011
> Entkonsolidierung der Aktivitäten in den Niederlanden im Juli 2011

Verkauf des griechischen Radiosenders Lampsi FM
> Entkonsolidierung im September 2011

Verkauf der bulgarischen Radiostationen
> Entkonsolidierung im November 2011

Verkauf des bulgarischen Musiksenders The Voice TV
> Entkonsolidierung im November 2011
Segment Digital & Adjacent Erwerb weiterer 50 Prozent der Anteile an der maxdome GmbH & Co. KG
> Vollkonsolidierung seit Januar 2011

Mehrheitsbeteiligung an Covus Games GmbH
Betreiber von browsergames.de und 100-prozentiger Erwerb von burda:ic
> Vollkonsolidierung von Covus Games seit Mai 2011, burda:ic seit Juli 2011

Einstellung des Sendebetriebs des Call-TV-Senders 9Live im August 2011
Segment Content Production & Global Sales Mehrheitsbeteiligung an der britischen Produktionsfirma The Mob Film Holdings Ltd.
> Vollkonsolidierung seit April 2011

Mehrheitsbeteiligung an der US-amerikanischen Produktionsfirma Fabrik Entertainment 2.0 LLC (vormals Fuse Entertainment)
> Vollkonsolidierung seit Dezember 2011

Mehrheitsbeteiligung an der schwedischen Produktionsfirma Hard Hat AB
> Verbundenes Unternehmen seit Dezember 2011, Vollkonsolidierung ab Januar 2012

Ertragslage des Konzerns

Die folgende Analyse der Umsatz- und Ergebnisentwicklung für das Jahr 2012 bezieht sich — sofern nicht anders gekennzeichnet — auf die fortgeführten Aktivitäten.

Eine Übersicht ausgewählter Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung unter Berücksichtigung des zur Veräußerung stehenden Geschäfts in Nord- und Osteuropa zeigt unten stehende Überleitungsrechnung.

 

AUSGEWÄHLTE KENNZAHLEN DER PROSIEBENSAT.1 GROUP FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2012

  ProSiebenSat.1
inkl. nicht-fortgeführte
Aktivitäten
Nicht-fortgeführte
Aktivitäten
ProSiebenSat.1
fortgeführte Aktivitäten
in Mio Euro 2012 2011 2012 2011 2012 2011
1Gesamtkosten abzüglich Einmalaufwendungen und Abschreibungen. 2Um Einmaleffekte bereinigtes EBITDA. 3Saldo aus Einmalaufwendungen und -erträgen. 4Konzernergebnis vor Effekten aus Kaufpreisallokation, nicht liquiditätswirksamen Währungsbewertungseffekten sowie in 2012 angefallenen Aufwendungen für das Kartellrechtsverfahren.
Erläuterung zur Berichtsweise im vierten Quartal bzw. im Geschäftsjahr 2012. Die Werte für 2012 beziehen sich auf die gemäß IFRS 5 ausgewiesenen Kennzahlen aus fortgeführten Aktivitäten, d.h. ohne Berücksichtigung der veräußerten bzw. zur Veräußerung stehenden Aktivitäten in Skandinavien sowie in Osteuropa. Die Werte für 2011 wurden für die Gewinn- und Verlustrechnung und die Kapitalflussrechnung darüber hinaus um die Werte der 2011 veräußerten Aktivitäten in Belgien und den Niederlanden angepasst. Die Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung und Kapitalflussrechnung für 2010 wurden lediglich um die Werte
der im Geschäftsjahr 2011 veräußerten Aktivitäten bereinigt. Im Geschäftsjahr 2011 wurden die belgischen TV- sowie die niederländischen TV- und Print-Aktivitäten mit Vollzug der jeweiligen Anteilskaufverträge im Juni bzw. Juli 2011 entkonsolidiert. Die Ergebnisposten der betroffenen Unternehmen werden als Ergebnis aus nicht-fortgeführten Aktivitäten separat ausgewiesen. Dieses enthält für 2011 neben dem erwirtschafteten Ergebnis auch den Entkonsolidierungsgewinn und ist auf Nachsteuerbasis dargestellt.
Konzernumsatz 2.969,1 2.975,2 612,9 776,0 2.356,2 2.199,2
Operative Kosten1 2.111,0 2.083,6 486,4 600,8 1.624,6 1.482,9
Gesamtkosten 2.389,3 2.339,6 620,5 711,7 1.768,8 1.628,0
Umsatzkosten 1.607,3 1.641,5 340,9 456,1 1.266,4 1.185,4
Vertriebskosten 354,3 364,0 124,4 155,9 229,9 208,1
Verwaltungskosten 316,0 305,3 72,1 93,2 243,9 212,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen 111,7 28,8 83,1 6,5 28,6 22,4
Betriebsergebnis (EBIT) 593,7 990,9 -7,2 410,4 600,9 580,5
Recurring EBITDA2 871,7 901,1 126,9 175,7 744,8 725,5
Einmaleffekte (saldiert)3 -78,3 238,2 -13,9 311,2 -64,4 -73,0
EBITDA 793,4 1.139,3 113,0 486,8 680,4 652,5
Konzernergebnis, das den Anteilseignern der ProSiebenSat.1 Media AG zuzurechnen ist 295,0 637,5 -29,7 373,3 324,7 264,2
Bereinigter Konzernüberschuss4 415,1 685,3 59,6 412,9 355,5 272,4
 

AUSGEWÄHLTE KENNZAHLEN DER PROSIEBENSAT.1 GROUP FÜR DAS VIERTE QUARTAL 2012

  ProSiebenSat.1
inkl. nicht-fortgeführte
Aktivitäten
Nicht-fortgeführte
Aktivitäten
ProSiebenSat.1
fortgeführte Aktivitäten
in Mio Euro Q4 2012 Q4 2011 Q4 2012 Q4 2011 Q4 2012 Q4 2011
1Gesamtkosten abzüglich Einmalaufwendungen und Abschreibungen. 2Um Einmaleffekte bereinigtes EBITDA. 3Saldo aus Einmalaufwendungen und -erträgen. 4Konzernergebnis vor Effekten aus Kaufpreisallokation, nicht liquiditätswirksamen Währungsbewertungseffekten sowie in 2012 angefallenen Aufwendungen für das Kartellrechtsverfahren.
Erläuterung zur Berichtsweise im vierten Quartal bzw. im Geschäftsjahr 2012. Die Werte für 2012 beziehen sich auf die gemäß IFRS 5 ausgewiesenen Kennzahlen aus fortgeführten Aktivitäten, d.h. ohne Berücksichtigung der veräußerten bzw. zur Veräußerung stehenden Aktivitäten in Skandinavien sowie in Osteuropa. Die Werte für 2011 wurden für die Gewinn- und Verlustrechnung und die Kapitalflussrechnung darüber hinaus um die Werte der 2011 veräußerten Aktivitäten in Belgien und den Niederlanden angepasst. Die Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung und Kapitalflussrechnung für 2010 wurden lediglich um die Werte
der im Geschäftsjahr 2011 veräußerten Aktivitäten bereinigt. Im Geschäftsjahr 2011 wurden die belgischen TV- sowie die niederländischen TV- und Print-Aktivitäten mit Vollzug der jeweiligen Anteilskaufverträge im Juni bzw. Juli 2011 entkonsolidiert. Die Ergebnisposten der betroffenen Unternehmen werden als Ergebnis aus nicht-fortgeführten Aktivitäten separat ausgewiesen. Dieses enthält für 2011 neben dem erwirtschafteten Ergebnis auch den Entkonsolidierungsgewinn und ist auf Nachsteuerbasis dargestellt.
Konzernumsatz 970,4 874,2 181,0 161,8 789,3 712,4
Operative Kosten1 657,0 560,8 147,5 126,1 509,5 434,7
Gesamtkosten 791,6 631,3 237,5 164,6 554,1 466,7
Umsatzkosten 492,7 451,8 105,3 109,6 387,4 342,3
Vertriebskosten 108,1 87,8 32,2 32,9 76,0 54,9
Verwaltungskosten 88,6 82,5 25,4 15,7 63,2 66,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen 102,2 9,2 74,7 6,5 27,6 2,7
Betriebsergebnis (EBIT) 185,0 237,9 -56,4 -11,5 241,3 249,3
Recurring EBITDA2 319,4 317,8 33,7 35,8 285,7 281,9
Einmaleffekte (saldiert)3 -25,0 -42,8 -8,5 -27,4 -16,5 -15,4
EBITDA 294,4 275,0 25,2 8,5 269,3 266,5
Konzernergebnis, das den Anteilseignern der ProSiebenSat.1 Media AG zuzurechnen ist 99,0 129,9 -78,6 -36,3 177,6 166,2
Bereinigter Konzernüberschuss4 174,0 151,7 -4,9 -24,2 178,9 175,9

Umsatz- und Ergebnisentwicklung auf Basis der fortgeführten Aktivitäten

Im Jahr 2012 stieg der Konzernumsatz der ProSiebenSat.1 Group um 7,1 Prozent oder 157,1 Mio Euro auf 2,356 Mrd Euro. Zu der positiven Umsatzentwicklung trugen alle Segmente bei. Im saisonal wichtigsten vierten Quartal erzielte der Konzern in der Berichtsperiode 33,5 Prozent seines Jahresumsatzes.

Den höchsten Beitrag zum Umsatzanstieg im Jahr 2012 leisteten die Wachstumsbereiche der ProSiebenSat.1 Group. Hierzu gehören alle Erlösmodelle des Konzerns außerhalb des klassischen TV-Werbegeschäfts. Sie werden in den Segmenten Digital & Adjacent und Content Production & Global Sales abgebildet. Die digitalen und angrenzenden Aktivitäten der Gruppe waren im Jahr 2012 stärkster Wachstumstreiber. Das Ventures-Geschäft mit dem Geschäftsmodell Media-for-Revenue-Share leistete hier den wichtigsten Beitrag. Zudem trugen die Music-Sparte, das Video-on-Demandvideo-on-demand Ermöglicht es dem User, Videos zu jedem beliebigen Zeitpunkt direkt online als Streaming anzusehen oder herunterzuladen.-Portal maxdome und das Online-Games-Geschäft zur dynamischen Umsatzentwicklung bei. Mit 446,7 Mio Euro stieg der Beitrag der Segmente Digital & Adjacent und Content Production & Global Sales zum Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr insgesamt auf 19,0 Prozent (Vorjahr: 13,3%).

Im Kerngeschäft werbefinanziertes Free-TV — abgebildet im Segment Broadcasting German-speaking — bewegte sich der Umsatz mit 1,910 Mrd Euro auf Vorjahresniveau (+0,3%). Dies entspricht einem Anteil von 81,0 Prozent (Vorjahr: 86,7%) am Jahresumsatz des Konzerns.

Damit hat sich das Verhältnis der Erlösquellen weiter zugunsten der Wachstumsbereiche des Konzerns verschoben:

UMSATZ NACH SEGMENTEN AUS FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN

Die sonstigen betrieblichen Erträge (Anhang Seite 194) beliefen sich auf 13,4 Mio Euro nach 9,3 Mio Euro in der Vergleichsperiode (+44,8%).

Die ProSiebenSat.1 Group hat im Jahr 2012 konsequent in Wachstumsfelder wie neue TV-Sender, die weltweite Expansion des Programmproduktionsportfolios sowie den Ausbau des Digitalgeschäfts investiert. Vor diesem Hintergrund sind die Kosten im Berichtsjahr erwartungsgemäß gestiegen. Die Gesamtkosten des Konzerns, bestehend aus Umsatz-, Vertriebs-, Verwaltungskosten sowie sonstigen betrieblichen Aufwendungen, erhöhten sich in der Berichtsperiode um 8,6 Prozent oder 140,8 Mio Euro auf 1,769 Mrd Euro.

Der Großteil des Kostenanstiegs ist auf höhere Umsatzkosten zurückzuführen, die insgesamt um 6,8 Prozent oder 81,0 Mio Euro auf 1,266 Mrd Euro angestiegen sind. Hauptursache hierfür sind höhere Produktionskosten in den Wachstumsbereichen Digital & Adjacent und Content Production & Global Sales. Diese verzeichneten eine Zunahme um 61,5 Prozent oder 64,5 Mio Euro auf 169,3 Mio Euro (Vorjahr: 104,8 Mio Euro). Neben diesem umsatzbedingten Kostenanstieg wirkten sich höhere Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte aus, die um 12,2 Mio Euro auf 37,1 Mio Euro (Vorjahr: 24,9 Mio Euro) anstiegen. Der in den Umsatzkosten enthaltene Werteverzehr auf das ProgrammvermögenProgrammvermögen Rechte an TV-Programminhalten (z. B. Spielfilmen, Serien, Auftragsproduktionen), die aufgrund ihrer besonderen Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der ProSiebenSat.1 Group als separater Posten aktiviert werden. Spielfilme und Serien werden mit Beginn der vertraglichen Lizenzzeit aktiviert, Auftragsproduktionen werden nach der Abnahme als sendefähiges Programmvermögen in der Bilanz ausgewiesen. Sportrechte sind bis zur Ausstrahlung in den geleisteten Anzahlungen enthalten und werden bei Ausstrahlung in das Programmvermögen umgebucht. Werden Programme ausgestrahlt, wird in der Gewinn- und Verlustrechnung ein sogenannter Programmwerteverzehr gebucht. verringerte sich dagegen um 3,0 Prozent auf 838,7 Mio Euro (Vorjahr: 864,3 Mio Euro). Der Vorjahreswert enthält unter anderem außerplanmäßige Wertberichtigungen auf das Programmvermögen von 9Live.

Die Verwaltungskosten stiegen um 15,0 Prozent oder 31,8 Mio Euro auf 243,9 Mio Euro. Die Vertriebskosten erhöhten sich um 10,4 Prozent auf 229,9 Mio Euro (Vorjahr: 208,1 Mio Euro).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen 28,6 Mio Euro und lagen damit um 27,9 Prozent oder 6,2 Mio Euro über der Vergleichsperiode. Der Vorjahreswert enthält Wertminderungen von 11,2 Mio Euro auf den Markenwert von 9Live sowie Wertminderungen bzw. Verluste in Höhe von 9,3 Mio Euro im Zusammenhang mit der Veräußerung der Tochterunternehmen in Griechenland und Bulgarien.

In den GesamtkostenGesamtkosten Summe von Umsatz-, Vertriebs-, Verwaltungskosten sowie sonstigen betrieblichen Aufwendungen. sind Einmalaufwendungen in Höhe von 64,7 Mio Euro (Vorjahr: 73,1 Mio Euro) enthalten. Mit 33,5 Mio Euro steht der Großteil der einmaligen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem im vierten Quartal 2012 abgeschlossenen Kartellrechtsverfahren sowie einer Rückstellung für Bestsellernachvergütungen (Anhang Seite 193 und 223). Die genannten Einmalaufwendungen sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. in den Umsatzkosten erfasst. Weitere einmalige Aufwendungen ergaben sich infolge von Akquisitionen in den Wachstumsfeldern des Konzerns sowie im Zuge von Beratungsprojekten.

GESAMTKOSTEN AUS FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN

Die ProSiebenSat.1 Group verzeichnete im Jahr 2012 in Summe einen Anstieg der Abschreibungen um 10,4 Prozent auf 79,5 Mio Euro (Vorjahr: 72,0 Mio Euro). Darin enthalten sind Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 55,2 Mio Euro (Vorjahr: 51,0 Mio Euro) sowie Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von 24,3 Mio Euro (Vorjahr: 21,0 Mio Euro).

Die operativen Kosten — die um Einmalaufwendungen und Abschreibungen bereinigten Gesamtkosten — stiegen aus den genannten Gründen um 9,6 Prozent oder 141,7 Mio auf 1,625 Mrd Euro. Während die operativen Kosten in den Wachstumsbereichen aufgrund des Ausbaus der Geschäftsaktivitäten sowie infolge von Investitionen und Akquisitionen eine Steigerung verzeichneten, bewegten sie sich im bestehenden Kerngeschäft nahezu auf Vorjahresniveau (+1,1%). Ursache hierfür ist ein konsequentes Kostenmanagement mit dem Ziel, Ressourcen durch Bündelung effizient zu nutzen.

 

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG OPERATIVE KOSTEN AUS FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN

in Mio Euro 2012 2011
1Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
Gesamtkosten 1.768,8 1.628,0
Einmalaufwendungen -64,7 -73,1
Abschreibungen1 -79,5 -72,0
Operative Kosten 1.624,6 1.482,9

Das Umsatzwachstum führte zu einer Steigerung des operativen Ergebnisses vor und nach Einmaleffekten. Das EBITDAEBITDA Abkürzung für „Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization“ (Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibung auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte). erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 4,3 Prozent auf 680,4 Mio Euro (Vorjahr: 652,5 Mio Euro). Es beinhaltet die zuvor beschriebenen ergebnismindernden Einmalaufwendungen in Höhe von 64,7 Mio Euro (Vorjahr: 73,1 Mio Euro), denen Einmalerträge in Höhe von 0,2 Mio Euro (Vorjahr: 0,1 Mio Euro) gegenüberstehen. Das um diese einmalig anfallenden Effekte bereinigte recurring EBITDAEBITDA Abkürzung für „Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization“ (Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibung auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte). verzeichnete ein Wachstum um 2,7 Prozent auf 744,8 Mio Euro (Vorjahr: 725,5 Mio Euro). Die operative Ergebnismarge (recurring EBITDA-Marge) betrug 31,6 Prozent (Vorjahr: 33,0%).

Eine Überleitungsrechnung des EBITDA vor und nach Einmaleffekten zeigt folgende Tabelle:

 

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG RECURRING EBITDA AUS FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN

in Mio Euro 2012 2011
1Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. 2Differenz aus Einmalaufwendungen in Höhe von 64,7 Mio Euro (Vorjahr: 73,1 Mio Euro) und Einmalerträgen von 0,2 Mio Euro (Vorjahr: 0,1 Mio Euro).
Ergebnis vor Steuern 456,5 347,8
Finanzergebnis -144,4 -232,7
Betriebsergebnis (EBIT) 600,9 580,5
Abschreibungen1 79,5 72,0
davon Kaufpreisallokationen 4,4 22,9
EBITDA 680,4 652,5
Einmaleffekte (saldiert)2 64,4 73,0
Recurring EBITDA 744,8 725,5

Das Finanzergebnis verbesserte sich im Jahr 2012 deutlich um 37,9 Prozent oder 88,3 Mio Euro auf minus 144,4 Mio Euro. Die Veränderung basiert auf der positiven Entwicklung des Zinsergebnisses und des sonstigen Finanzergebnisses. Das Zinsergebnis verbesserte sich um 22,3 Prozent oder 43,9 Mio Euro auf minus 153,2 Mio Euro. Niedrigere Zinsaufwendungen aufgrund der geringeren durchschnittlichen Verschuldung des Konzerns und des niedrigeren Zinsniveaus wirkten sich hier positiv aus. Das sonstige Finanzergebnis verbesserte sich um 37,3 Mio Euro auf minus 1,5 Mio Euro (Vorjahr: minus 38,8 Mio Euro). Der Vorjahreswert enthält einmalige Aufwendungen im Zusammenhang mit der Laufzeitenverlängerung und der vorzeitigen Rückführung der Darlehen sowie der damit einhergehenden Auflösung von Zinssicherungsgeschäften.

Im Jahr 2012 steigerte die ProSiebenSat.1 Group ihr Ergebnis vor Steuern deutlich um 31,2 Prozent oder 108,7 Mio Euro auf 456,5 Mio Euro. Neben dem Umsatzwachstum wirkte sich vor allem die Verbesserung des Finanzergebnisses positiv auf das Vorsteuerergebnis aus. Nach Ertragsteuern von 127,4 Mio Euro (Vorjahr: 76,7 Mio Euro) erzielte der Konzern aus fortgeführten Aktivitäten einen Konzernjahresüberschuss von 329,1 Mio Euro (Vorjahr: 271,1 Mio Euro). Die Steuerquote betrug 27,9 Prozent (Vorjahr: 22,1%). Der Jahresüberschuss nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter aus fortgeführten Aktivitäten stieg auf 324,7 Mio Euro und übertraf den Vorjahreswert damit um 22,9 Prozent oder 60,5 Mio Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss ( underlying net incomeUnderlying Net Income Konzernüberschuss, bereinigt um planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen auf im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen identifizierte immaterielle Vermögenswerte und damit zusammenhängende Steuereffekte sowie weitere zahlungsunwirksame Sondereffekte.) aus dem fortgeführten Geschäft erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 30,5 Prozent oder 83,1 Mio Euro auf 355,5 Mio Euro. Das underlying net income ist bereinigt um nicht cashwirksame Sondereffekte sowie Aufwendungen von 27,7 Mio Euro aus dem abgeschlossenen Kartellrechtsverfahren. Bezogen auf den bereinigten Konzernüberschuss ergibt sich ein unverwässertes Ergebnis je Vorzugsaktie für das fortgeführte Geschäft in Höhe von 1,69 Euro (Vorjahr: 1,29 Euro), das bereinigte unverwässerte Ergebnis je Stammaktie für das fortgeführte Geschäft beträgt 1,67 Euro (Vorjahr: 1,28 Euro).

 

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG BEREINIGTER KONZERNÜBERSCHUSS AUS FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN

in Mio Euro 2012 2011
1Abschreibungen auf Kaufpreisallokationen vor Steuern: 4,4 Mio Euro (Vorjahr 4,5 Mio Euro). 2Wertminderungen (Impairment) vor Steuern: 0,0 Mio Euro (Vorjahr: 18,4 Mio Euro).
Konzernergebnis abzüglich Ergebnisanteil anderer Gesellschafter 324,7 264,2
Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen (nach Steuern)1 3,1 3,5
Wertminderungen im Zusammenanhang ursprünglicher Kaufpreisallokationen (nach Steuern)2 -/- 13,9
Bewertungseffekt aus der Erstkonsolidierung maxdome -/- -18,2
Abwertung der Anteile an ZeniMax -/- 9,0
Aufwendung aus dem abgeschlossenen Kartellrechtsverfahren 27,7 -/-
Bereinigter Konzernüberschuss 355,5 272,4

Umsatz- und Ergebnisentwicklung inklusive der nicht-fortgeführten Aktivitäten

Der Konzernumsatz inklusive der nicht-fortgeführten Aktivitäten in Nord- und Osteuropa bewegte sich mit 2,969 Mrd Euro auf dem Vorjahresniveau von 2,975 Mrd Euro. Das korrespondierende recurring EBITDA reduzierte sich um 3,3 Prozent auf 871,7 Mio Euro (Vorjahr: 901,1 Mio Euro). Die Vorjahreswerte beinhalten Ergebnisbeiträge, Entkonsolidierungseffekte sowie den Gewinn aus der Veräußerung der Tochtergesellschaften in Belgien und den Niederlanden in Höhe von 375,0 Mio Euro. Die belgischen und niederländischen Aktivitäten wurden im Juni bzw. Juli 2011 entkonsolidiert.

Das EBITDA belief sich unter Berücksichtigung der nicht-fortgeführten Aktivitäten auf 793,4 Mio Euro. Der Vorjahreswert von 1,139 Mrd Euro ist geprägt durch den Veräußerungserlös der niederländischen und belgischen Aktivitäten in Höhe von 335,8 Mio Euro. Das EBITDA inklusive der nicht-fortgeführten Aktivitäten im Jahr 2012 beinhaltet Einmaleffekte in Höhe von minus 78,3 Mio Euro (Vorjahr: 238,2 Mio Euro). Einmalige Aufwendungen entstanden primär aus dem im vierten Quartal 2012 abgeschlossenen Kartellrechtsverfahren sowie im Zuge einer Rückstellung für Bestsellernachvergütungen. Weitere Einmaleffekte ergaben sich infolge des Veräußerungsprozesses der nord- und osteuropäischen TV- und Radio-Aktivitäten.

Das Ergebnis aus nicht-fortgeführten Aktivitäten vor Steuern verringerte sich um 412,2 Mio Euro auf minus 6,2 Mio Euro. Hier sind die Ergebnisbeiträge der Aktivitäten in Nord- und Osteuropa für das Jahr 2012 berücksichtigt.

Insgesamt verringerte sich der Konzernjahresüberschuss nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter inklusive der nicht-fortgeführten Aktivitäten auf 295,0 Mio Euro. Dies entspricht einem Rückgang um 53,7 Prozent oder 342,5 Mio Euro. Der Vorjahreswert enthält den hohen steuerfreien Gewinn aus der Veräußerung der niederländischen und belgischen Aktivitäten von 335,8 Mio Euro. Bereinigt um Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte der osteuropäischen Aktivitäten in Höhe von 57,4 Mio Euro, weitere nicht cash-wirksame Effekte wie steuerbereinigte Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen (PPA) von 35,0 Mio Euro sowie zusätzliche Aufwendungen von 27,7 Mio Euro aus dem abgeschlossenen Kartellrechtsverfahren erreichte der bereinigte Konzernüberschuss inklusive der nicht-fortgeführten Aktivitäten 415,1 Mio Euro (Vorjahr: 685,3 Mio Euro).

ÜBERLEITUNG UMSATZ INKLUSIVE DER NICHT-FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN

ÜBERLEITUNG KONZERNERGEBNIS NACH MINDERHEITEN INKLUSIVE DER NICHT-FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN

Finanz- und Vermögenslage des Konzerns

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Risikokontrolle und zentrale Steuerung sind Grundsätze des Finanzmanagements der ProSiebenSat.1 Group. Das Finanzmanagement erfolgt zentral durch den Bereich Group Finance & Treasury der ProSiebenSat.1 Media AG. Dieser Bereich steuert das konzernweite Finanzmanagement und ist Ansprechpartner für alle Geschäftsführer und Mitarbeiter der Gruppe, die für Finanzen zuständig sind. Die übergeordneten Ziele des Finanzmanagements sind:

  • Sicherung der konzernweiten Zahlungsfähigkeit durch gruppenweit effiziente Steuerung der Liquidität,
  • Sicherung der finanziellen Flexibilität und Stabilität, d. h. Erhaltung und Optimierung der Finanzierungsfähigkeit des Konzerns,
  • Steuerung der finanzwirtschaftlichen Risiken durch den Einsatz von derivativen FinanzinstrumentenDerivative Finanzinstrumente Finanzinstrumente, deren Wert bzw. Preis von den künftigen Kursen oder Preisen anderer Vermögenswerte (Basiswerte) abhängig ist. Hierzu zählen unter anderem Swaps und Optionen..



Das gruppenweite Finanzmanagement umfasst das Kapitalstrukturmanagement bzw. die Konzernfinanzierung, das Cash- und Liquiditätsmanagement, das Management von Marktpreisrisiken sowie von Adress- bzw. Kreditausfallrisiken:

  • Ziel des Kapitalstrukturmanagements ist es, die Ausgestaltung der Kapitalstruktur bzw. der Finanzierung des Konzerns über den Einsatz unterschiedlicher Finanzierungsinstrumente zu optimieren. Hierzu gehören sowohl Eigenkapital- oder eigenkapitalähnliche Instrumente als auch Fremdfinanzierungsinstrumente. Bei der Auswahl geeigneter Finanzierungsinstrumente berücksichtigt das Unternehmen Faktoren wie Marktaufnahmefähigkeit, Refinanzierungsbedingungen, Flexibilität bzw. Auflagen, Investorendiversifikation und Laufzeit- bzw. Fälligkeitsprofile. Fremdfinanzierungsmittel im Konzern werden zentral aufgenommen bzw. gesteuert. Auf diese Weise können Größenvorteile genutzt und Kapitalkosten optimiert werden. Die Steuerung des VerschuldungsgradesVerschuldungsgrad Gibt an, wie hoch die Netto-Finanzverschuldung in Relation zum recurring EBITDA der letzten zwölf Monate ist. nimmt im Zusammenhang mit dem Kapitalstrukturmanagement der ProSiebenSat.1 Group einen besonderen Stellenwert ein.
  • Im Rahmen des Cash- und Liquiditätsmanagements optimiert und zentralisiert das Unternehmen Zahlungsströme und stellt die konzernweite Liquidität sicher. Ein wichtiges Instrument ist dabei das Cash-Pooling-Verfahren. Mithilfe einer rollierenden konzernweiten Liquiditätsplanung erfasst bzw. prognostiziert die ProSiebenSat.1 Group die Cashflows aus operativen sowie nicht operativen Geschäften. Hieraus leitet das Unternehmen Liquiditätsüberschüsse oder -bedarfe ab. Liquiditätsbedarfe werden über die bestehenden Cashpositionen oder die revolvierende KreditfazilitätRevolving Credit Facility (RCF) Eine Kreditlinie, die während eines bestimmten Zeitraums getilgt und wieder in Anspruch genommen werden kann. (RCF) abgedeckt.
  • Das Management von Marktpreisrisiken umfasst das zentral gesteuerte Zins- und Währungsmanagement. Ziel ist es, die Auswirkungen von Zins- und Währungsschwankungen auf das Konzernergebnis und den Cashflow zu begrenzen. Neben Kassageschäften kommen auch derivative Finanzinstrumente in Form bedingter und unbedingter Termingeschäfte zum Einsatz. Diese Instrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt.
  • Im Mittelpunkt des Managements von Adress- bzw. Kreditausfallrisiken stehen Handelsbeziehungen und Gläubigerpositionen gegenüber Finanzinstituten. Bei Handelsgeschäften achtet die ProSiebenSat.1 Group auf eine möglichst breite Streuung der Volumina mit Kontrahenten ausreichend guter Bonität. Hierzu werden unter anderem externe Ratings der internationalen Agenturen herangezogen. Risiken gegenüber Finanzinstituten entstehen vor allem durch die Anlage liquider Mittel und den Abschluss von derivativen Finanzinstrumenten im Rahmen des Zins- und Währungsmanagements.

Fremdkapitalausstattung

Im Dezember 2012 hat die ProSiebenSat.1 Group ihre Fernseh- und Radio-Aktivitäten in Nordeuropa veräußert. Der Konzern beabsichtigt, einen Teil des Verkaufserlöses in Höhe von 500 Mio Euro zur vorzeitigen Rückführung endfälliger Darlehensverbindlichkeiten unter dem Konsortialkreditvertrag der ProSiebenSat.1 Group zu verwenden. Bereits im Jahr 2011 hatte die ProSiebenSat.1 Group infolge des Verkaufs der Fernseh- und Print-Aktivitäten in Belgien und den Niederlanden rund ein Drittel ihrer Darlehen ( Term LoansTerm Loan Darlehen, bei dem die Darlehensschuld am Ende der vereinbarten Laufzeit getilgt wird (besichertes endfälliges Darlehen).) in Höhe von 1,2 Mrd Euro vorzeitig zurückgeführt und gleichzeitig einen signifikanten Teil der verbleibenden Darlehen bis Juli 2016 verlängert. Damit hat der Konzern seine Kapital- und Bilanzstruktur nachhaltig verbessert.

Finanzierungsstruktur

Zum 31. Dezember 2012 bestand das Fremdkapital der ProSiebenSat.1 Group zu 59,9 Prozent (31. Dezember 2011: 65,0%) aus langfristigen und zu 5,9 Prozent aus kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten (31. Dezember 2011: 0,0%).

Wesentlicher Bestandteil der konzernweiten Unternehmensfinanzierung sind besicherte endfällige Darlehen ( Term LoanTerm Loan Darlehen, bei dem die Darlehensschuld am Ende der vereinbarten Laufzeit getilgt wird (besichertes endfälliges Darlehen). B, C und D) mit unterschiedlichen Fälligkeiten. Neben diesen als langfristige Finanzverbindlichkeiten bilanzierten Darlehen beinhaltet die besicherte syndizierte Kreditvereinbarung eine revolvierende Kreditfazilität (RCF), die seit Mai 2012 in zwei Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten unterteilt ist.

FREMDKAPITALAUSSTATTUNG UND LAUFZEITEN ZUM 31. DEZEMBER 2012

  • Insgesamt lag das Nominalvolumen der Term Loans zum 31. Dezember 2012 unverändert bei 2,360 Mrd Euro.
  • Das verfügbare Rahmenvolumen der revolvierenden Kreditfazilität hat sich von ursprünglich 600,0 Mio Euro auf derzeit 590,0 Mio Euro reduziert (31. Dezember 2011: 568,4 Mio Euro). Ursache ist der Ausfall von Kreditgebern im Zuge der Finanzkrise. Die ProSiebenSat.1 Group hat Ende Mai 2012 den überwiegenden Teil der Kreditlinie bis Juli 2016 verlängert und als neuen RCF 2 aufgelegt. Das verbleibende Rahmenvolumen (RCF 1) läuft unverändert bis Juli 2014. Bis Jahresende wurden weitere Teile des RCF 1 verlängert. Vor diesem Hintergrund betrug der RCF 2 zum Stichtag 359,4 Mio Euro, der RCF 1 belief sich auf 230,6 Mio Euro.

    Die Barinanspruchnahme der revolvierenden Kreditfazilität betrug zum 31. Dezember dieses Jahres 230,6 Mio Euro. Am Bilanzstichtag verfügte der Konzern über freie Kreditlinien von 359,4 Mio Euro (31. Dezember 2011: 548,4 Mio Euro). Diese kann der Konzern in verschiedenen Währungen variabel für allgemeine betriebliche Zwecke in Anspruch nehmen.

    Darüber hinaus hat die ProSiebenSat.1 Group Leasingverträge (Anhang Seite 178) für Immobilien am Standort Unterföhring abgeschlossen. Diese sind nach IFRS überwiegend als Finanzierungsleasingverträge klassifiziert. Die betreffenden Immobilien werden in den Sachanlagen aktiviert und die daraus resultierenden Leasingverpflichtungen als sonstige finanzielle Verbindlichkeit ausgewiesen. Die Immobilienleasingverträge enden frühestens im Jahr 2019. In kleinerem Umfang bestehen weitere Leasingverhältnisse für technische Ausrüstung. Zum 31. Dezember 2012 hat die ProSiebenSat.1 Group Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing-Verhältnissen im Umfang von 98,8 Mio Euro bilanziert (Vorjahr: 101,0 Mio Euro). Wesentliche außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente bestanden nicht.

    Die Term Loans und die Inanspruchnahme der verfügbaren Kreditlinie werden variabel zu Euribor-Geldmarktkonditionen zuzüglich einer Kreditmarge verzinst:
  • Die Kreditmarge betrug zum Bilanzstichtag für das Term LoanTerm Loan Darlehen, bei dem die Darlehensschuld am Ende der vereinbarten Laufzeit getilgt wird (besichertes endfälliges Darlehen). D 2,5 Prozent per annum und 1,875 Prozent per annum für das Term Loan C. Die Kreditmarge für das Term Loan B und die revolvierende KreditfazilitätRevolving Credit Facility (RCF) Eine Kreditlinie, die während eines bestimmten Zeitraums getilgt und wieder in Anspruch genommen werden kann. (RCF 1 und RCF 2) ist vom VerschuldungsgradVerschuldungsgrad Gibt an, wie hoch die Netto-Finanzverschuldung in Relation zum recurring EBITDA der letzten zwölf Monate ist. abhängig. Sie betrug für das Term Loan B und den RCF 1 zum Stichtag 1,0 Prozent per annum (Vorjahr: 1,0% per annum) und 2,0 Prozent per annum für den neuen RCF 2.
  • Risiken aus der Änderung von variablen Zinssätzen sind durch verschiedene Zinssicherungsinstrumente in Form von ZinsswapsZinsswaps Derivative Finanzinstrumente zum Austausch von Zahlungsströmen. So werden beispielsweise bei Zinsswaps zwischen den Vertragspartnern fixe und variable Zinsströme getauscht abgesichert. Die Absicherungsquote für alle langfristigen Finanzverbindlichkeiten belief sich zum Bilanzstichtag auf knapp 68 Prozent (31. Dezember 2011: knapp 100%). Der durchschnittliche festverzinsliche Swapsatz belief sich am 31. Dezember 2012 auf rund 3,9 Prozent pro Jahr (Vorjahr: rund 4,6% pro Jahr). Die Zinsaufwendungen der Gruppe haben sich im Jahr 2012 insgesamt um 49,2 Mio Euro auf 156,2 Mio Euro verringert. Dies ist auf die geringere durchschnittliche Verschuldung des Konzerns sowie niedrigere Euribor-Geldmarktsätze im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen.

KONZERNWEITE UNTERNEHMENSFINANZIERUNG

Die ProSiebenSat.1 Group hat die Kreditfazilität mit einem Rahmenvolumen von ursprünglich 4,2 Mrd Euro im Zuge der Akquisition der SBS Broadcasting Group im Jahr 2007 aufgenommen. Im Zusammenhang mit der teilweisen Rückführung der Term Loans B und C in Höhe von insgesamt 1,2 Mrd Euro sowie der Laufzeitverlängerung in Höhe von 2,1 Mrd Euro (neues Term Loan D) hat die ProSiebenSat.1 Group verschiedene Anpassungen der syndizierten Kreditvereinbarung mit den Kreditgebern vereinbart. Die Anpassungen geben der ProSiebenSat.1 Group mehr Flexibilität bei zukünftigen Finanzierungen. Im Jahr 2012 hat die ProSiebenSat.1 Group den überwiegenden Teil der revolvierenden Kreditfazilität in Höhe von 359,4 Mio Euro bis Juli 2016 verlängert (neuer RCF 2).

Die besicherte syndizierte Kreditvereinbarung über die endfälligen Darlehen (Term Loan B, C und D) und hinsichtlich der revolvierenden Kreditfazilität (RCF 1 und RCF 2) beinhaltet Bestimmungen, die die ProSiebenSat.1 Group unter anderem zur Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen verpflichten. So hat die ProSiebenSat.1 Group ein bestimmtes Verhältnis der Netto-FinanzverschuldungNetto-Finanzverschuldung Saldo aus Kreditverbindlichkeiten abzüglich der liquiden Mittel und den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten. zum EBITDA einzuhalten. Auch das Verhältnis des konsolidierten EBITDA zum konsolidierten Zinsergebnis ist im Vertrag definiert. Die Einhaltung der Finanzkennzahlen wird quartalsweise jeweils für den zurückliegenden Zwölfmonatszeitraum überprüft.

Die ProSiebenSat.1 Group hat die vertraglichen Vorgaben im Berichtszeitraum erfüllt. Eine Nichteinhaltung der vereinbarten Finanzkennzahlen würde einen Kündigungsgrund darstellen.

Für den Fall einer drohenden bzw. einer bereits eingetretenen Verletzung der Finanzkennzahlen ermöglicht die

Kreditvereinbarung der ProSiebenSat.1 Group innerhalb bestimmter Fristen die Zuführung von Eigenkapital oder eigenkapitalähnlicher Mittel in Form nachrangiger Darlehen. Eine solche Zuführung von Eigenkapital oder eigenkapitalähnlichen Mitteln — eine sogenannte Equity Cure — wird für die Zwecke der Berechnung der Einhaltung der Financial CovenantsFinancial Covenants Verpflichtungen im Rahmen von Kreditverträgen. Im Wesentlichen handelt es sich um Finanzkennzahlen, die vom Kreditnehmer einzuhalten sind. als Erhöhung des konsolidierten EBITDA behandelt.

Im Falle einer Änderung der gesellschaftsrechtlichen Kontrolle über die ProSiebenSat.1 Media AG („Change of Control“) können die Kreditgeber die Beendigung des Kreditvertragsverhältnisses und die Rückzahlung aller bestehenden Kreditinanspruchnahmen innerhalb einer bestimmten Frist nach Eintritt des Kontrollwechsels verlangen. Der Kreditvertrag enthält darüber hinaus eine Reihe marktüblicher Verpflichtungserklärungen, die, vorbehaltlich umfangreicher Ausnahmen, unter anderem die Fähigkeit der ProSiebenSat.1 Group einschränken, weitere Sicherheiten an ihren gegenwärtigen oder zukünftigen Vermögenswerten zu gewähren, weitere Finanzverbindlichkeiten einzugehen, Vermögenswerte zu veräußern, Geschäftsbetriebe insgesamt oder zum Teil zu erwerben sowie Garantien, Freistellungs- oder Haftungserklärungen außerhalb des ordentlichen Geschäftsgangs zu gewähren. Der Kreditvertrag beinhaltet zudem weitere übliche Kündigungsgründe. Die Vorschriften über die Kündigung sehen vor, dass die Kreditgeber die sofortige vollständige Rückzahlung sämtlicher unter der Kreditvereinbarung ausstehenden Inanspruchnahmen verlangen können, wenn in dem Vertrag näher geregelte Vertragsverletzungen eintreten und diese, sofern sie heilbar sind, nicht innerhalb einer bestimmten Frist geheilt werden.

Finanzierungsanalyse

Vor Umgliederung der liquiden Mittel der nord- und osteuropäischen Aktivitäten verringerte sich die Netto-Finanzverschuldung im Jahr 2012 um 2,1 Prozent oder 37,4 Mio Euro auf 1,780 Mrd Euro. Unter Berücksichtigung der Umgliederung der liquiden Mittel der nord- und osteuropäischen Aktivitäten in Höhe von 90,4 Mio Euro erhöhte sich die Netto-Finanzverschuldung um 2,9 Prozent oder 53,0 Mio Euro auf 1,871 Mrd Euro.

NETTO-FINANZVERSCHULDUNG DES KONZERNS

1 Vor Umgliederung der liquiden Mittel der nord- und osteuropäischen Aktivitäten.

Der Verschuldungsgrad ( Leverage-FaktorLeverage-Faktor Marktübliche Kennzahl zur Messung der Verschuldungssituation. Errechnet als Verhältnis der Netto-Finanzverschuldung zum recurring EBITDA der letzten zwölf Monate.) liegt im definierten Zielkorridor von 1,5 bis 2,5, wobei sich der Wert gegenüber dem Vorjahr erneut verbessert hat. So ergab das Verhältnis der Netto-Finanzverschuldung vor Umgliederung der liquiden Mittel der nord- und osteuropäischen Aktivitäten zum bereinigten EBITDA der letzten zwölf Monate (LTM recurring EBITDA) am Berichtsstichtag den Faktor 2,0 (31. Dezember 2011: 2,1). Dies ist auf die verbesserte Ertragslage zurückzuführen.

VERHÄLTNIS NETTO-FINANZVERSCHULDUNG VOR UMGLIEDERUNG ZUM LTM RECURRING EBITDA

Leasing-Verbindlichkeiten werden bei der Berechnung des Verschuldungsgrades nicht berücksichtigt.
1 Vor Umgliederung der liquiden Mittel der nord- und osteuropäischen Aktivitäten.

Liquiditäts- und Investitionsanalyse

Die KapitalflussrechnungKapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung zeigt die Herkunft und Verwendung der Zahlungsströme. Dabei wird unterschieden zwischen Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, Cashflow aus Investitionstätigkeit und Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds entspricht den flüssigen Mitteln der Bilanz zum Stichtag. Ausgehend vom Konzernergebnis aus fortgeführter Geschäftstätigkeit wird der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit indirekt abgeleitet. der ProSiebenSat.1-Gruppe zeigt die Herkunft und Verwendung der Zahlungsströme. Dabei wird unterschieden zwischen Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, Cashflow aus Investitionstätigkeit und Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds entspricht den flüssigen Mitteln der Bilanz zum Stichtag 31. Dezember 2012 bzw. 31. Dezember 2011.

Die folgende textliche Liquiditäts- und Investitionsanalyse beschreibt — sofern nicht anders gekennzeichnet — die Zahlungsströme aus dem fortgeführten Geschäft des ProSiebenSat.1-Konzerns. Unten stehende Überleitungsrechnung zeigt eine Übersicht ausgewählter Kennzahlen der Kapitalflussrechnung unter Berücksichtigung der nicht-fortgeführten Fernseh- und Radio-Aktivitäten in Nord- und Osteuropa.

 

KAPITALFLUSSRECHNUNG

in Mio Euro Q4 2012 Q4 2011 2012 2011
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten 177,8 166,1 329,1 271,1
Ergebnis nicht-fortgeführter Aktivitäten -78,7 -36,2 -30,2 373,2
Cashflow 593,9 594,9 1.863,2 1.916,3
Veränderung Working Capital 51,0 15,8 -32,8 -17,7
Erhaltene Dividende -/- -/- 5,5 3,3
Gezahlte Steuern -38,5 -8,0 -129,1 -102,1
Gezahlte Zinsen -34,5 -44,5 -160,0 -204,4
Erhaltene Zinsen 0,5 2,2 1,6 7,1
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit fortgeführter Aktivitäten 470,3 460,3 1.202,1 1.174,5
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit nicht-fortgeführter Aktivitäten 124,1 96,3 363,1 182,4
Cashflow aus Investitionstätigkeit fortgeführter Aktivitäten -207,5 -222,8 -945,8 -973,4
Cashflow aus Investitionstätigkeit nicht-fortgeführter Aktivitäten -100,6 -74,4 -317,9 1.122,1
Free Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten 262,8 237,5 256,3 201,2
Free Cashflow aus nicht-fortgeführten Aktivitäten 23,5 21,9 45,2 1.304,5
Free Cashflow 286,3 259,4 301,5 1.505,7
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit fortgeführter Aktivitäten 1,2 -0,6 -30,9 -1.724,2
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit nicht-fortgeführter Aktivitäten -0,4 -/- -0,8 -0,4
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelbestandes fortgeführter Aktivitäten -0,7 1,6 2,5 -1,4
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelbestandes nicht-fortgeführter Aktivitäten 0,1 0,1 2,4 -2,4
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 286,4 260,6 274,8 -222,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Periodenanfang 506,3 257,3 517,9 740,7
Abzüglich zur Veräußerung stehende Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Periodenende -90,4 -/- -90,4 -/-
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Periodenende 702,3 517,9 702,3 517,9

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit: Aus den fortgeführten Aktivitäten ergab sich im Jahr 2012 ein operativer Cashflow von 1,202 Mrd Euro. Dies entspricht einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent bzw. 27,6 Mio Euro. Die Erhöhung des Konzernergebnisses wirkte sich positiv auf den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit aus. Neben der guten Geschäftsentwicklung führten im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Zinszahlungen und gesunkene sonstige Finanzierungskosten zu einem Anstieg des Cashflows. Dem stehen gestiegene Steuerzahlungen in Höhe von 129,1 Mio Euro (Vorjahr: 102,1 Mio Euro) gegenüber. Zudem haben Veränderungen im Working Capital und damit des gebundenen Kapitals den Anstieg beim operativen Cashflow teilweise kompensiert. Die Veränderung des Working CapitalWorking Capital Nettoumlaufvermögen, das sich aus dem Umlaufvermögen abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten errechnet und somit der Beurteilung der Liquidität dient. betrug minus 32,8 Mio Euro nach minus 17,7 Mio Euro im Vorjahr.

Cashflow aus Investitionstätigkeit: Aus der Investitionstätigkeit flossen 945,8 Mio Euro ab. Das entspricht einem leichten Rückgang um 2,8 Prozent oder 27,5 Mio Euro gegenüber dem Jahr 2011. Schwerpunkt der Investitionstätigkeit der ProSiebenSat.1 Group bildet der Erwerb von Programmrechten.

Der Mittelabfluss aus dem Erwerb von Programmrechten belief sich 2012 auf 843,3 Mio Euro und lag damit um 10,2 Prozent oder 95,5 Mio Euro unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang ist auf geringere Investitionen beim Erwerb von Lizenzformaten zurückzuführen. Neben dem Erwerb von Lizenzen sichert die Gruppe ihre attraktive Programmversorgung durch Auftragsproduktionen und Eigenformate. Die Investitionen in Auftragsproduktionen sind im Jahr 2012 gestiegen. Eigenformate basieren auf der Entwicklung und Umsetzung eigener Ideen und werden primär für eine kurzfristige Ausstrahlung produziert. Sie werden daher direkt aufwandswirksam in den Umsatzkosten erfasst und stellen keine Investitionen dar. Auftrags- und Eigenproduktionen schärfen das Senderprofil und tragen dazu bei, die Kosteneffizienz zu verbessern und konzernweit Synergien zu heben. Einen wichtigen Schritt stellt daher die Expansion der Red Arrow Entertainment Group dar, die ihr Programmproduktionsportfolio in den vergangenen Monaten deutlich erweitert hat.

Der Großteil der Programminvestitionen entfällt im Geschäftsjahr 2012 mit 842,0 Mio Euro bzw. 99,8 Prozent auf das Segment Broadcasting German-speaking (Vorjahr: 933,7 Mio Euro bzw. 99,5%). Darüber hinaus tätigte ProSiebenSat.1 im Jahr 2012 Investitionen in Höhe von insgesamt 59,9 Mio Euro in immaterielle Vermögenswerte (+68,0% ggü. Vorjahr) und 28,5 Mio Euro in Sachanlagen (+42,2% ggü. Vorjahr). Schwerpunkt der Investitionstätigkeit bei den immateriellen Vermögenswerten bildete das Wachstumssegment Digital & Adjacent, auf das rund zwei Drittel der Investitionen entfielen. Die Investitionen flossen größtenteils in den Erwerb von Lizenzen im Online-Games-Bereich. So hat sich der Konzern im Jahr 2012 beispielsweise die Exklusiv-Lizenzen an Online-Games des US-Spieleentwicklers Sony Online Entertainment zur europaweiten Distribution gesichert. Das Games-Business ist die weltweit am schnellsten wachsende Branche der Unterhaltungsindustrie und zählt deshalb für ProSiebenSat.1 zu den wichtigsten Wachstumstreibern im Digitalgeschäft. Die Investitionen in Sachanlagen entfallen mit 91,1 Prozent fast ausschließlich auf das Segment Broadcasting German-speaking. Sie betreffen im Wesentlichen technische Anlagen sowie Anzahlungen.

Aus den genannten Zahlungsströmen im Rahmen der Investitionstätigkeit resultiert folgende Verteilung nach Segmenten: 95,0 Prozent (Vorjahr: 97,1%) der Investitionen in Programmvermögen, immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen flossen in das Segment Broadcasting German-speaking, das wichtigste Umsatzsegment der Gruppe. Die Segmente Digital & Adjacent sowie Content Production & Global Sales verzeichneten 4,6 Prozent (Vorjahr: 2,6%) bzw. 0,4 Prozent (Vorjahr: 0,2%) der Investitionen.

INVESTITIONEN NACH SEGMENTEN AUS FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN

Vermögenswerte, die aus Erstkonsolidierungen stammen, werden nicht als segmentspezifische Investitionen erfasst, sondern in der Position „Mittelabfluss für Zugänge zum Konsolidierungskreis abgebildet“.

Die Mittelabflüsse für Zugänge zum Konsolidierungskreis stiegen im Jahr 2012 um insgesamt 65,1 Prozent oder 10,7 Mio Euro auf 27,1 Mio Euro (Vorjahr: 16,4 Mio Euro). Die ProSiebenSat.1 Group hat im Geschäftsjahr 2012 vor allem den Bereich Programmproduktion und das Digitalgeschäft durch Akquisitionen strategisch gestärkt:

Mit dem Erwerb von Mehrheitsbeteiligungen an der US-amerikanischen Produktionsgesellschaft Left/Right und an den britischen Produktionsfirmen CPL Productions, Endor Productions und NERD TV hat die Red Arrow Entertainment Group ihr Portfolio erweitert und damit ihre Präsenz in den Schlüsselmärkten USA und Großbritannien gestärkt. Zudem ist Red Arrow mit einer Mehrheitsbeteiligung an dem Produktionsunternehmen July August Productions in den israelischen TV-Markt eingestiegen, einem der weltweit kreativsten TV-Märkte. Wachstumschancen hat der Konzern auch im Segment Digital & Adjacent genutzt. So hat der Konzern sein Ventures-Geschäft ausgebaut und Mehrheitsbeteiligungen an dem Suchmaschinen-Marketing-Unternehmen Booming, der Preisvergleichsplattform preis24.de sowie dem Reiseveranstalter Tropo erworben. Durch Beteiligungen in Form von Media-for-Equity-Geschäften sichert sich ProSiebenSat.1 den Zugang zu neuen Märkten, ohne größere Barinvestitionen zu tätigen.

Vermögenswerte, die aus Erstkonsolidierungen stammen, werden nicht als segmentspezifische Investitionen erfasst. In der Position „Mittelabfluss für Zugänge zum Konsolidierungskreis“ werden die für den Erwerb der erstkonsolidierten Unternehmen aufgewendeten flüssigen Mittel abgebildet.

Nennenswerte Desinvestitionen haben im Geschäftsjahr nicht stattgefunden. Im Vorjahr ergaben sich Mittelzuflüsse aus dem Verkauf der Radiosender in Griechenland und Bulgarien.

Free Cashflow: Der Free CashflowFree Cashflow Wichtige Steuerungsgröße zur Beurteilung der Finanzkraft des Konzerns. Summe der im operativen Geschäft erwirtschafteten liquiden Mittel abzüglich des Saldos der im Rahmen der Investitionstätigkeit verwendeten und erwirtschafteten Mittel. als finanzwirtschaftlicher Überschuss ist eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung der Finanzkraft der ProSiebenSat.1 Group. Im Jahr 2012 erhöhte sich dieser Wert aus den fortgeführten Aktivitäten um 27,4 Prozent auf 256,3 Mio Euro (Vorjahr: 201,2 Mio Euro). Der verbesserte operative Cashflow und ein geringeres Investitionsvolumen haben zu gleichen Teilen dazu beigetragen. Inklusive der nicht-fortgeführten Aktivitäten betrug der Free Cashflow 301,5 Mio Euro, nach 1,506 Mrd Euro im Vorjahr. Der vergleichsweise hohe Vorjahreswert beinhaltet Mittelzuflüsse aus der Veräußerung der niederländischen und belgischen Aktivitäten (1,459 Mrd Euro).

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit: Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit flossen dem Konzern 2012 im Wesentlichen Mittel aus der Inanspruchnahme der revolvierenden KreditfazilitätRevolving Credit Facility (RCF) Eine Kreditlinie, die während eines bestimmten Zeitraums getilgt und wieder in Anspruch genommen werden kann. in Höhe von 230,6 Mio Euro zu (Vorjahr: 0,0 Mio Euro). Gegenläufig wirkte sich der Mittelabfluss durch die Auszahlung der Dividende in Höhe von 245,7 Mio Euro (Vorjahr: 241,2 Mio Euro) aus. Daraus resultiert insgesamt ein Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit in den fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 30,9 Mio Euro. 2011 betrug der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit minus 1,724 Mrd Euro. Der hohe Mittelabfluss im Vorjahr ist im Wesentlichen auf die anteilige Tilgung der Darlehen in Höhe von 1,2 Mrd Euro, die vollständige Rückführung der revolvierenden Kreditfazilität von 230,0 Mio Euro sowie die Zahlung der Dividende in Höhe von 241,2 Mio Euro zurückzuführen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente: Die beschriebenen Zahlungsströme führen zu einem deutlichen Anstieg der liquiden MittelFree Cashflow Wichtige Steuerungsgröße zur Beurteilung der Finanzkraft des Konzerns. Summe der im operativen Geschäft erwirtschafteten liquiden Mittel abzüglich des Saldos der im Rahmen der Investitionstätigkeit verwendeten und erwirtschafteten Mittel. gegenüber dem Vorjahresstichtag. So erhöhten sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gegenüber dem Vorjahreswert um 35,6 Prozent bzw. 184,4 Mio Euro auf 702,3 Mio Euro (Vorjahr: 517,9 Mio Euro). Im vierten Quartal — die Berichtsperiode mit dem höchsten Umsatz und Cashflow — verzeichnete der Konzern einen Zufluss an liquiden Mitteln in Höhe von 286,4 Mio Euro (Vorjahr: 260,6 Mio Euro). Die ProSiebenSat.1 Group verfügt damit über eine komfortable Liquiditätsausstattung.

VERÄNDERUNG DER ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE

Vermögens- und Kapitalstrukturanalyse

Die zur Veräußerung stehenden Aktivitäten in Nord- und Osteuropa führten zu strukturellen Veränderungen in der Konzernbilanz im Vergleich zum 31. Dezember 2011. So werden die Vermögenspositionen und Verbindlichkeiten der nord- und osteuropäischen Tochterunternehmen zum Bilanzstichtag in den entsprechenden kurzfristigen Bilanzpositionen ausgewiesen, wobei die Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten dieser Geschäftsaktivitäten jeweils in die Position „Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ bzw. als „Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten“ umgegliedert wurden. Die Vorjahreszahlen sind nicht angepasst.

BILANZSTRUKTUR

Zum 31. Dezember 2012 betrug die Bilanzsumme 5,413 Mrd Euro (31. Dezember 2011: 5,034 Mrd Euro). Dies entspricht einer Erhöhung um 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresstichtag. Der Anstieg der Bilanzsumme resultiert im Wesentlichen aus höheren liquiden Mitteln. Bereinigt um den genannten Umgliederungseffekt führten zudem gestiegene immaterielle VermögenswerteProgrammvermögen Rechte an TV-Programminhalten (z. B. Spielfilmen, Serien, Auftragsproduktionen), die aufgrund ihrer besonderen Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der ProSiebenSat.1 Group als separater Posten aktiviert werden. Spielfilme und Serien werden mit Beginn der vertraglichen Lizenzzeit aktiviert, Auftragsproduktionen werden nach der Abnahme als sendefähiges Programmvermögen in der Bilanz ausgewiesen. Sportrechte sind bis zur Ausstrahlung in den geleisteten Anzahlungen enthalten und werden bei Ausstrahlung in das Programmvermögen umgebucht. Werden Programme ausgestrahlt, wird in der Gewinn- und Verlustrechnung ein sogenannter Programmwerteverzehr gebucht. und ein höheres ProgrammvermögenProgrammvermögen Rechte an TV-Programminhalten (z. B. Spielfilmen, Serien, Auftragsproduktionen), die aufgrund ihrer besonderen Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der ProSiebenSat.1 Group als separater Posten aktiviert werden. Spielfilme und Serien werden mit Beginn der vertraglichen Lizenzzeit aktiviert, Auftragsproduktionen werden nach der Abnahme als sendefähiges Programmvermögen in der Bilanz ausgewiesen. Sportrechte sind bis zur Ausstrahlung in den geleisteten Anzahlungen enthalten und werden bei Ausstrahlung in das Programmvermögen umgebucht. Werden Programme ausgestrahlt, wird in der Gewinn- und Verlustrechnung ein sogenannter Programmwerteverzehr gebucht. zu einem Anstieg der Bilanzsumme. Die wertmäßig wesentlichen Änderungen von Bilanzpositionen gegenüber dem 31. Dezember 2011 werden nachfolgend erläutert. Zur besseren Vergleichbarkeit werden zusätzlich zur Veränderung der berichteten Bilanzpositionen die Effekte aus der Umgliederung der nord- und osteuropäischen Tochterunternehmen als „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ bzw. als „Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten“ beschrieben:

Lang- und kurzfristige Vermögenswerte: Die immateriellen Vermögenswerte verzeichneten einen Rückgang gegenüber dem Vorjahresstichtag um 51,0 Prozent auf 1,063 Mrd Euro (Vorjahr: 2,169 Mrd Euro). Damit verringerte sich der Anteil der immateriellen Vermögenswerte an der Bilanzsumme auf 19,6 Prozent (31. Dezember 2011: 43,1%). Ohne den Effekt aus der Umgliederung hätte sich ein Anstieg um 38,2 Mio Euro respektive 1,8 Prozent ergeben. Ausschlaggebend sind Erstkonsolidierungen im Zuge der Expansion des internationalen Programmproduktionsportfolios. Im Rahmen von Erstkonsolidierungen wurden Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von insgesamt 56,1 Mio Euro aktiviert.

Neben den immateriellen Vermögenswerten zählt das Programmvermögen mit einem Anteil von 23,6 Prozent an der Bilanzsumme zu den wichtigsten Vermögenswerten der ProSiebenSat.1 Group (31. Dezember 2011: 30,4 Prozent). Infolge der Umgliederung verringerte sich auch das lang- und kurzfristige Programmvermögen, es beträgt nun insgesamt 1,277 Mrd Euro (31. Dezember 2011: 1,531 Mrd Euro). Ohne die Umgliederung wäre ein leichter Anstieg des Programmvermögens zu verzeichnen gewesen. Dies resultiert vor allem aus Zugängen von Lizenzprogrammen, insbesondere bei Serien im Segment Broadcasting German-speaking.

Die liquiden Mittel erhöhten sich auf 702,3 Mio Euro. Ursache für die Liquiditätssteigerung um 184,4 Mio Euro bzw. um 35,6 Prozent war die Inanspruchnahme der revolvierenden Kreditfazilität (RCF) in Höhe von 230,6 Mio Euro sowie höhere Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bewegten sich infolge der Umgliederung mit 268,7 Mio Euro leicht unter dem Niveau des Vorjahres von 279,4 Mio Euro (-3,8% ggü. Vorjahr). Ohne die Umgliederung und damit auf vergleichbarer Basis ergäbe sich jedoch ein Anstieg um 69,6 Mio Euro oder 24,9 Prozent. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus den Wachstumsbereichen Digital & Adjacent und Content Production & Global Sales.

Eigenkapital: Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital gegenüber dem 31. Dezember 2011 um 59,5 Mio Euro oder 4,1 Prozent auf 1,501 Mrd Euro. Dazu trugen neben dem Konzernergebnis im übrigen kumulierten Eigenkapital erfasste Währungsumrechnungseffekte bei. Gegenläufig wirkte die im Geschäftsjahr 2012 ausgeschüttete Dividende in Höhe von 245,7 Mio Euro. Aufgrund der im Stichtagsvergleich höheren Bilanzsumme verringerte sich die Eigenkapitalquote auf 27,7 Prozent (31. Dezember 2011: 28,6%). Damit verfügt der Konzern weiterhin über eine solide Bilanzstruktur.

Lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen: Aufgrund der Inanspruchnahme der revolvierenden Kreditfazilität stiegen die kurzfristigen Darlehen und Kredite von 0,1 Mio Euro zum 31. Dezember 2011 auf 230,9 Mio Euro. Zum Bilanzstichtag 2012 wurden 230,6 Mio Euro aus der revolvierenden Kreditfazilität in Anspruch genommen. In Summe stiegen die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten infolgedessen um 237,4 Mio Euro auf 2,573 Mrd Euro. Auch die lang- und kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten haben sich erhöht: Vertraglich vereinbarte Kaufpreiszahlungen für Akquisitionen sowie Bewertungseffekte aus dem Hedge AccountingHedge Accounting Abbildung wirtschaftlicher Sicherungsbeziehungen nach IAS 39, bei denen die oft gegenläufigen Wertveränderungen abgesicherter Grundgeschäfte und zur Sicherung verwendeter derivativer Finanzinstrumente bilanziell erfasst werden. führten zu einem Anstieg der lang- und kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 26,6 Mio Euro auf 353,1 Mio Euro (+8,1%).

Die Rückstellungen (Anhang Seite 180) haben sich infolge des Verbrauchs von Rückstellungen im Programmbereich sowie der Umgliederung zum 31. Dezember 2012 hingegen verringert. Die größte Rückstellungsposition in der Bilanz bildeten mit 52,2 Mio Euro weiterhin die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen (31. Dezember 2011: 78,7 Mio Euro). Hierin enthalten ist eine zum Bilanzstichtag gebildete Rückstellung von 5,8 Mio Euro im Zusammenhang mit Bestsellernachvergütungen.

Die unterjährig gebildete Rückstellung aus dem Kartellrechtsverfahren wird in der Bilanz zum 31. Dezember 2012 in der Position kurzfristige übrige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Aus dem inzwischen abgeschlossenen Kartellrechtsverfahren resultierten Verpflichtungen in Höhe von insgesamt 27,7 Mio Euro. Vor diesem Hintergrund erhöhten sich die kurzfristigen übrigen Verbindlichkeiten um insgesamt 14,1 Mio Euro auf 202,6 Mio Euro (31. Dezember 2011: 188,5 Mio Euro).

Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich deutlich und betrugen zum Stichtag 322,2 Mio Euro (31. Dezember 2011: 456,8 Mio Euro). Ohne den Effekt aus der Umgliederung der nord- und osteuropäischen Tochterunternehmen hätten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf Vorjahresniveau bewegt. Aufgrund der Umgliederung reduzierten sich auch die latenten Ertragsteuerschulden; sie beliefen sich zum 31. Dezember 2012 auf 66,7 Mio Euro (31. Dezember 2011: 138,7 Mio Euro).

BILANZIELLE ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN

Im Rahmen der Anwendung von Bilanzierungsgrundsätzen, der Erfassung von Erträgen und Aufwendungen sowie beim bilanziellen Ausweis sind zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen. Angaben zum
Einfluss der Verwendung von Annahmen und Schätzungen werden im Konzernanhang ausführlich unter Ziffer 6 dargestellt.